25.04.2026

Bewohner Artenschutzhaus: Feldhamster – kurz vor dem Verschwinden

Verborgene Baumeister unter unseren Äckern

Mit seinem goldbraunen Fell, den weissen Flecken und den auffallend grossen Backentaschen ist der Feldhamster unverwechselbar – und doch bekommt man ihn kaum zu Gesicht. Als territorialer Einzelgänger lebt er in weit verzweigten Erdbauen mit Wohn-, Vorrats- und separaten Kammern. Für seinen bis zu sechs Monate dauernden Winterschlaf sammelt er mindestens zwei Kilogramm Nahrung. Seine dehnbaren Backentaschen ermöglichen es ihm, grosse Mengen Futter in kurzer Zeit unter die Erde zu bringen – eine beeindruckende Anpassung an das Leben im Rhythmus der Jahreszeiten.

Doch diese Perfektion schützt ihn nicht vor dem rasanten Wandel seiner Lebensräume. Intensive Landwirtschaft und der Verlust strukturreicher Felder setzen ihm stark zu. Kaum ein Säugetier Europas verzeichnet derzeit vergleichbar dramatische Bestandsrückgänge. Ohne wirksame Massnahmen könnte der Feldhamster in wenigen Jahrzehnten aus unseren Landschaften verschwinden.

Wissen schafft Bewusstsein

Im zukünftigen Artenschutzhaus steht der Feldhamster stellvertretend für eine Tierart, die eng mit unserer Kulturlandschaft verbunden ist – und dennoch kaum wahrgenommen wird. Ziel ist es, seine Lebensweise verständlich zu machen und aufzuzeigen, wie empfindlich selbst scheinbar vertraute Arten auf Veränderungen reagieren.

Der Feldhamster ist damit nicht nur ein bedrohtes Wildtier, sondern auch ein leiser Botschafter für den Wert heimischer Biodiversität – direkt vor unserer Haustür.

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